Unsere CD

Zuckererbsen für jedermann

Die CD enthält 17 aufmüpfige und ausgelassene Lieder aus sechs Jahrhunderten Es handelt sich um eine Zusammenstellung unserer musikalischen Wurzeln. Im zwanzigseitigen booklet sind alle Texte sowie Informationen zu den historischen und politischen Wurzeln der Lieder abgedruckt. Für den Titelsong haben wir einen Auszug aus "Deutschland - ein Wintermärchen, Caput 1" von Heinrich Heine vertont, weil dieser Text und vor allem die Forderung "Zuckererbsen für jedermann" genau auf den Punkt bringt, warum wir Musik machen.

Die CD ist zum Preis von 10, - € (zuzügl. 2,- € Versandkosten) bei uns erhältlich
(Adresse siehe unter "Kontakt"). 

Folgende Titel sind auf der CD:


01. La Marmotte
02. La Bergamasca (Download)

03. Psalm 58 (Download)
04. Ich spring an diesem Ringe
05. Ballade von der Hester Jonas(Download)
06. Bauernhimmel
07. Es ist ein Schnee gefallen
08. Epistel 48
09. Rheinländer
10. Kirschenzeit
11. Bet und Arbeit
12. Zuckererbsen für jedermann (Download)
13. Legende vom toten Soldaten
14. Wilde Schwäne
15. Odessa15. Odessa
16. Sog' nischt kejmol
17. Brot und Rosen (Download)

Hintergrundinfos zu den Liedern

1. La Marmotte
(Text: Johann Wolfgang von Goethe;  Musik: Ludwig van Beethoven)
Aus Goethes Singspiel „Ein Jahrmarktsfest zu Plundersweiler.“ Besungen wird das fahrende Volk, das mit tanzenden Murmeltieren auf Jahrmärkten seinen Lebensunterhalt verdient.

2. La Bergamasca
(Musik: Gasparo Zanetti)
Ein Brautwerbetanz der Bauern aus der Gegend von Bergamo, entstanden Mitte des 17. Jahrhunderts. Damals wurden solche Melodien häufig auf der Cornamusa, dem italienischen Dudelsack gespielt. Bergamo ist als Schelmenstadt bekannt. „Die Bergamasken sind  in Italien als plump und dabei verschmitzt verschrieen und sprechen einen rauen Dialekt. Die stehenden  Possenreißer der italienischen Volkskomödie, der tölpische  Arlecchino und der schlaue  Brighella sind Bergamasken“ (nach Wikipedia). „Bergamasca“ ist zu einer Gattungsbezeichnung für ausgelassene spöttische Tanzmusik geworden. 

3. Psalm 58
(Text: Cornelius Becker; Musik: Heinrich Schütz)
Choral aus dem 17. Jahrhundert. Nach dem 30-jährigen Krieg hat Cornelius Becker einen Bibeltext über Gottlosigkeit zu einer Anklage der Herrschenden umgedichtet und mit geistlicher Chormusik unterlegt. 

4. Ich spring an diesem Ringe
(Trad., aus dem Locheimer Liederbuch)
Das Lochheimer Liederbuch stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist wohl das erste deutsche Volksliederbuch. Es enthält Lieder, die zu dieser Zeit auf Straßen und in Wirtshäusern gesungen wurden – darunter innige Liebeslieder und derbe Zoten wie „Ich spring an diesem Ringe“. Die historische Bedeutung des Lochheimer Liederbuches besteht darin, dass darin erstmals Lieder des einfachen Volkes festgehalten wurden, die sich deutlich von den geistlichen Chorälen, dem höfischen Minnegesang und dem Formalismus der Meistersinger unterschieden. 

5. Ballade von der Hester Jonas
(Text: Peter Maiwald; Musik: Pit Budde)
Hester Jonas wurde 1635 zu Neuss am Rhein als Hexe verbrannt, weil sie mit der Verbreitung ihrer Träume von einem besseren Leben den Herrschenden gefährlich wurde.

6. Bauernhimmel
(Text und Musik mündlich überliefert)
Ihre  Empörung über das von der Obrigkeit erfahrene Unrecht brachten Bauern mit diesem Lied zum Ausdruck, in dem sie alles, woran es ihnen auf Erden mangelte, in ihren Bauernhimmel projizierten. 

7. Es ist ein Schnee gefallen
(Anonym entstanden im 15. Jahrhundert)
Ein metaphernreiches Klagelied einer unehelich Schwangeren, die ihren Geliebten anfleht, sie zu heiraten, damit sie gesellschaftlicher Ächtung entkommen kann.

8. Epistel 48
(Text und Musik: Carl Michael Bellmann. Deutsche Nachdichtung: Hartmut Lange)
Der vollständige Titel dieses Liedes lautet: „Ulla Windblads Heimreise über den Mälarsee an einem Sommermorgen 1769“. Es stammt aus dem Zyklus „Fredmans Epistel“. Bellman (1740-1795) führte ein leichtsinniges Leben, erfüllte seine Dienstpflichten als Finanz- und Zollbeamter des schwedischen Königs nur nachlässig, hielt sich viel in Kneipen und Gesellschaften auf, hatte Liebesaffären und war dem Alkohol zugetan. Er konnte schnell und leicht Lieder dichten und wurde deshalb gerne und oft zu Festen eingeladen. Seine Lieder handeln meist von fröhlicher Geselligkeit, enthalten aber häufig auch Klagen über die Vergänglichkeit von Schönheit und Freude. Die in ihnen vorkommenden Personen sind größtenteils poetische Umgestaltungen realer Personen aus dem Stockholm des 18. Jahrhunderts. 

9. Rheinländer
(Trad., Satz: Götz Hach) 
Der Rheinländer ist ein in der Mitte des  19. Jahrhunderts entstandener  Paartanz im 2/4-Takt. Vorläufer waren die Tänze „Hopser“ und „Schottisch“. Kennzeichnend ist die Grundstellung hintereinander (Kiekbuschfassung), üblicherweise steht der Tänzer hinter der Tänzerin, beide blicken in Tanzrichtung. Der Rheinländer ist Ausdruck des neu gewonnenen Lebensgefühls des Bürgertums nach der 1848er Revolution im industriell weit fortgeschrittenen Rheinland. Reich an Variationen bietet der Tanz jedem Paar eine Vielzahl individueller Gestaltungsmöglichkeiten und kann leicht mit anderen Tanzfiguren verbunden werden. Unsere Tanzmelodie stammt aus der Gegend um Schleswig und ist auch unter dem Titel „Schleswiger Schottisch“ bekannt.

10. Kirschenzeit
(Musik: Antoine Renard; Text: Jean Baptiste Clément. Deutsche Nachdichtung: Peter Balnis)
Dieses Lied hat Jean Baptiste Clément der Krankenschwester Louise gewidmet, die am 28. Mai 1871 während der Pariser Commune mit ihm auf der Barrikade in der Rue Fontaine-au-Roi stand. Durch diese Widmung bekam das lange vorher entstandene Liebeslied eine zusätzliche politische Bedeutung. Es ist ein Lied über vergangene Liebe, gescheiterte Revolution und eine immer noch brennende Leidenschaft für beides.

11. Bet und Arbeit
(Text: Georg Herwegh; Musik: Peter Heinz; Satz: Götz Hach)
Eines der ersten Lieder der politisch organisierten deutschen Arbeiterbewegung, 1863 im Auftrag von Ferdinand Lassalle für den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein geschrieben. 

12. Zuckererbsen für jedermann
(Text: Heinrich Heine; Musik: Peter Balnis)
Heines Versepos „Deutschland – ein Wintermärchen“ stand lange Zeit auf dem Index verbotener politischer Schriften. Vor allem im Jahrhundert seiner Entstehung betrachtete man das Werk als „Schandschrift“ eines Heimatlosen, eines „Vaterlandsverräters“, Miesmachers und Schandmauls. Heine verbindet in diesem Epos volksliedartige Heimatverbundenheit mit scharfer ironischer Kritik an den reaktionären Zuständen in seinem Vaterland Visionen von einer gerechteren Gesellschaft. Wir haben zu einem Auszug aus Caput 1 eine neue Melodie komponiert. 

13. Legende vom toten Soldaten
(Text: Bertolt Brecht; Musik: Bertolt Brecht/Ernst Busch)
„Die Legende vom toten Soldaten wurde während des Krieges geschrieben. Im Frühjahr 1918 durchkämmte der kaiserliche General Ludendorff zum letzten Mal ganz Deutschland … nach Menschenmaterial für seine große Offensive. Die Siebzehnjährigen und die Fünfzigjährigen wurden eingekleidet und an die Fronten getrieben. Das Wort kv, welches bedeutet kriegsverwendungsfähig, schreckte noch einmal Millionen von Familien. Das Volk sagte: Man gräbt schon die Toten aus für den Kriegsdienst.“ (Bertolt Brecht Werkausgabe Bd. 19, S. 422. Frankfurt 1967) 

14. Wilde Schwäne
(Text: Karl Plenzat; Musik: Trad.)
Der Königsberger Professor Karl Plenzat verfasste mitten im ersten Weltkrieg die Worte zu einer Volksweise aus Litauen. Der Text hat Ähnlichkeit mit dem von Pete Seeger verfassten Lied „Sag mir, wo die Blumen sind“.

15. Odessa
(Trad./ Satz: Götz Hach)
Odessa ist eine ukrainische Stadt am Schwarzen Meer, die in ihrer Geschichte von vielen Völkern und Konfessionsgruppen geprägt war, die alle in der Stadt ihre Heimat hatten. Der Anteil der Juden betrug vor der deutschen Eroberung der Stadt im Sommer 1941 etwa 20 Prozent. Als traditionell weltoffene Hafenstadt liegt sie an der Nahtstelle zwischen Orient und Okzident. Dem entsprechend ist auch das musikalische Leben der Stadt. Berühmt geworden ist Odessa auch durch revolutionäre Erhebungen im Jahre 1905, die unter dem Titel  "Panzerkreuzer Potemkin"  Filmgeschichte geschrieben haben.

16. Sog' nischt kejmol
(Text: H. Glik; Musik: D.J. Pokras)
Entstanden im Ghetto von Wilna (Litauen) wurde dieses Lied zur Hymne des jüdischen Widerstandes gegen den Faschismus

17. Brot und Rosen
(Text: Peter Maiwald; Musik: Renate Fresow)
Übertragung und musikalische Neufassung eines bekannten Liedes aus der amerikanischen Frauen- und Gewerkschaftsbewegung. Es entstand 1912 in Lawrence/USA bei einem Streik von 14 000 Textilarbeiterinnen gegen Hungerlöhne und Kinderarbeit aus dem dort getragenen Transparent mit der Aufschrift “We want bread and roses“.